News
Zurück zur Übersicht
02.10.2025
Interview mit Michael Guthörl (TSV Steinbach Haiger)
Michael Guthörl: "Hätte Arthur Lyska gerne zwei Tore eingeschenkt"
Michael Guthörl, der in der Regionalliga Südwest bisher in allen zehn Saisonspielen zum Einsatz kam, hat mit dem Tabellenzweiten TSV Steinbach Haiger einen guten Saisonstart hingelegt. Auch persönlich lief es gleich zu Beginn auszeichnet. In den ersten vier Partien traf Guthörl dreimal.
Der 26-jahrige Mittelfeldspieler, der in der Winterpause 2023 von Rot-Weiß Koblenz zum TSV gewechselt war, kann bereits Zweit- und Drittliga-Erfahrung beim SV Wehen Wiesbaden vorweisen. Zum Abschluss der Englischen Woche muss Guthörl allerdings am Sonntag, 14 Uhr, im Gastspiel beim SV Sandhausen eine Zwangspause einlegen, nachdem er zuletzt beim 4:2-Heimsieg gegen den FC Bayern Alzenau die fünfte Gelbe Karte gesehen hatte.
Im Interview der Woche spricht Michael Guthörl über den guten Saisonstart, die Rolle des Jägers von Spitzenreiter SGV Freiberg Fußball und die weiteren Ziele.
Am Sonntag steht für den TSV Steinbach Haiger die Partie beim SV Sandhausen an. Wie schätzt Du den Gegner ein, Michael?
Michael Guthörl: Der SV Sandhausen hat eine komplett neue Mannschaft und ist deshalb schwer auszurechnen. Mit Pascal Testroet verfügt das Team über einen der besten Stürmer in der Liga. Das Team hatte im letzten Heimspiel gegen Kickers Offenbach nach einem 1:3-Rückstand noch 4:3 gewonnen. Auch zuletzt war das Team bei der SG Sonnenhof Großaspach 3:2 erfolgreich. Wir sind gewarnt.
Du hast beim 4:2 gegen den FC Bayern Alzenau die fünfte Gelbe Karte in dieser Saison gesehen und wirst die Partie beim SVS verpassen. Wie sehr nervt Dich das?
Guthörl: Es ärgert mich vor allem deshalb sehr, weil mein bester Freund Arthur Lyska, mit dem ich beim SV Wehen Wiesbaden zusammengespielt hatte, beim SVS im Tor steht. Ich hätte ihm schon ganz gerne zwei Dinger eingeschenkt. (lacht).
Denkt man während eines Spiels daran, dass das nächste Foul eine Zwangspause bedeuten könnte?
Guthörl: Ich bin wie immer ganz normal in die Zweikämpfe gegangen, habe keinen Millimeter zurückgezogen. Die Karte habe ich bekommen, weil ich mich vor den Torhüter gestellt und ihn bei der Ausführung seines Abschlags behindert hatte. Das musste nicht sein, passiert aber im Eifer des Gefechts.
Der TSV Steinbach Haiger ist seit vier Partien unbesiegt und hat sich auf den zweiten Tabellenplatz vorgearbeitet. Worauf wird es ohne Dich in Sandhausen ankommen?
Guthörl: Wir müssen über die Basics zu unserem Spiel finden. Leidenschaft und Laufbereitschaft müssen wir in jedem Spiel auf den Platz bringen, damit wir für etwas Zählbares in Frage kommen.
Was für ein Spiel erwartest Du beim ehemaligen Drittligisten?
Guthörl: Es treffen zwei spielerisch starke Mannschaften aufeinander. Mein Mannschaftskollege Ole Käuper fällt ebenfalls wegen einer fünften Gelbe Karte aus, was die Aufgabe für uns nicht leichter macht. Ole und ich sind im Mittelfeld ein eingespieltes Team. Aber wir haben auch andere gute Jungs im Kader, die jetzt reinrutschen und den Job gut erledigen werden. Wir müssen diesmal halt von außen die Daumen drücken.
Du hast bislang alle Spiele absolviert und zu Saisonbeginn gleich drei Treffer in den ersten vier Spielen erzielt. Woran hast Du während der Vorbereitung am meisten gearbeitet?
Guthörl: Mir waren in der zurückliegenden Saison nur zwei Treffer gelungen. Mein Ziel war es deshalb, zu mehr Abschlüssen zu kommen und insgesamt torgefährlicher zu werden. Das hat zu Saisonbeginn sehr gut geklappt. Nach meiner Spielsperre habe ich einen Neuanfang, werde mich mit frischen Kräften zurückmelden.
Tabellenführer SGV Freiberg Fußball ist noch unbesiegt und hat schon neun Punkte Vorsprung vor dem TSV. Wie gefällt Dir die Rolle des Jägers?
Guthörl: Als Jäger blickt man immer nach oben. Die Freiberger sollen ruhig unseren Atem spüren. (lacht) Wir schauen aber nur auf uns, wollen unsere Aufgaben bestmöglich lösen.
Wie schätzt Du generell den Kampf um die Spitze nach zehn Spieltagen ein?
Guthörl: Auch wenn sich Freiberg erst einmal einen Vorsprung erarbeitet hat, ist die Liga extrem spannend und eng. Man muss an jedem Spieltag seine Leistung abrufen, weil viele Mannschaften stark sind. Wir wollen möglichst bis zum Schluss das Rennen um die Meisterschaft offen gestalten.
Du hast beim SV Wehen Wiesbaden schon Zweit- und Drittligaluft geschnuppert. Wie realistisch ist ein Aufstieg mit dem TSV Steinbach Haiger in die 3. Liga?
Guthörl: Ich denke, dass es das Ziel jedes Einzelnen ist, irgendwann eine Liga höher zu spielen. Dafür arbeiten wir sehr hart, wollen das Beste aus uns herausholen und möglichst lange oben dranbleiben.
Autor: Peter Haidinger/MSPW
Zurück zur Übersicht