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07.05.2026

Interview mit Pascal Reinhardt (Trainer SG Sonnenhof Großaspach)

Großaspachs Meistertrainer Pascal Reinhardt: "Waren nie zufrieden"

Die SG Sonnenhof Großaspach hat in der Regionalliga Südwest Geschichte geschrieben: Als erster Verein ist der selbsternannte "Dorfklub" in der Südwest-Staffel innerhalb von zwölf Monaten von der fünfthöchsten Spielklasse in die 3. Liga durchmarschiert. Seit dem zurückliegenden 0:0 beim 1. FSV Mainz 05 II steht fest: Die SG ist nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen. Nach dem anstehenden Heimspiel gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Samstag, 14 Uhr) findet die offizielle Meisterehrung statt.

Im Interview der Woche spricht Großaspachs Trainer Pascal Reinhardt über den Erfolg und die Stärken seines Teams. Außerdem wagt der 33-Jährige einen Ausblick auf die erste Saison in der 3. Liga seit der Spielzeit 2019/2020.

Hallo Pascal! Noch nie zuvor hat ein Team den Durchmarsch durch die Regionalliga Südwest geschafft. Hast Du Worte für das, was Euch da gelungen ist?

Reinhardt: Es ist tatsächlich immer noch schwierig zu greifen, was uns da gelungen ist. Innerhalb von zwölf Monaten zum zweiten Mal aufzusteigen, ist unglaublich. Unseren Erfolg kann man gar nicht hoch genug bewerten.

Welche Qualitäten haben Euch zum Meistertitel geführt?

Reinhardt: Es gibt nicht den einen Grund, sondern viele kleine Faktoren. Uns zeichnet vor allem der Glaube an die eigenen Stärken aus. Mit Widerständen sind wir gut umgegangen. Außerdem waren wir nie zufrieden. Auch nach Siegen war der Drang spürbar, sich weiterhin verbessern zu wollen. Wir konnten im Saisonverlauf extrem viel dazulernen.

Wann war Dir klar, dass es nicht nur um den Klassenverbleib gehen wird?

Reinhardt: Das war kurz vor der Winterpause in unserem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt. Die Art und Weise, wie wir uns 3:1 durchsetzen konnten, war absolut überzeugend. Auch in das neue Jahr sind wir positiv gestartet. Die engen Spiele, die in der Hinrunde vielleicht noch nicht immer an uns gegangen waren, konnten wir nun gewinnen. Dadurch wurde unser Glaube immer größer.

Hast Du dich über eine Weiterentwicklung besonders gefreut?

Reinhardt: Wir haben mit 86 Treffern extrem viele Tore erzielt. Im Vergleich zur Hinrunde konnten wir außerdem unsere Anzahl an Gegentoren von 28 auf derzeit elf deutlich verringern. Wir sind als Team gefestigter und treten sehr diszipliniert und strukturiert auf, haben dabei unsere aktive Spielweise aber beibehalten.

Gab es für Dich ein Spiel, das aus der Saison herausragt?

Reinhardt: Das ist noch gar nicht so lange her. Ich danke da an unser Auswärtsspiel vor knapp zwei Wochen beim Bahlinger SC. Nachdem wir das Spitzenspiel gegen den SGV Freiberg Fußball 4:0 gewonnen hatten, haben wir in Bahlingen unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt - und dennoch konnten wir uns 2:0 durchsetzen.

Wie habt Ihr den Aufstieg gefeiert?

Reinhardt: Am Hotel Sonnenhof wurden wir von unseren Familien, Fans und Unterstützern empfangen - das war ein super Gefühl. Am Samstag hatte kaum jemand viel Schlaf. (lacht) Die Feierlichkeiten gingen dann am Sonntag weiter. Wir hatten einige Jungs, wie zum Beispiel Marius Kunde und Max Reule, die ordentlich Stimmung gemacht haben. Ich habe die Zeit sehr genossen.

Wie werdet Ihr die Herausforderung in der 3. Liga angehen?

Reinhardt: Ganz ähnlich, wie es auch nach dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest der Fall war. Wir wollen uns treu bleiben und lediglich einige Details leicht anpassen. Auch in einer Spielklasse höher wollen wir auf dem Feld aktiv sein und für Spektakel sorgen. Unser hohes Pressing soll uns weiterhin auszeichnen. Auch wenn wir im Vergleich zum Aufstieg aus der Oberliga nun den einen oder anderen Abgang mehr zu verzeichnen haben werden, wollen wir den Kader weitgehend zusammenhalten. Bei der Qualität, die wir dazuholen, werden wir nichts Utopisches machen.

Worauf wird es für Euch in der neuen Spielklasse ankommen?

Reinhardt: Wir werden uns an die neuen Gegebenheiten gewöhnen müssen. Zum Beispiel werden uns bei fast allen Auswärtsspielen Hotel-Übernachtungen erwarten. Die Spielweise ist auch in der 3. Liga nochmal intensiver. Da die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart aktuell ihre Heimspiele bei uns in der Arena austrägt, hatte ich schon die Gelegenheit, einige Drittliga-Partien zu verfolgen. Wir wollen bei unserer Spielweise dennoch dort weitermachen, wo wir aufgehört haben.

Für Dich persönlich stehen durch den Aufstieg die Chancen gut, dass Du Teil des nächsten Pro-Lizenz-Lehrgang sein könntest. Was erhoffst Du Dir von der Weiterbildung?

Reinhardt: Schon bei der A-Lizenz bin ich sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit habe, den Lehrgang zu absolvieren. Wie das dann bei der Pro-Lizenz im Detail aussehen wird, werde ich dann sehen. Ich freue mich aber immer wieder darüber, mich über den Fußball auszutauschen. In solchen Lehrgängen kann man interessante Leute kennenlernen, die vielleicht auch andere Ideen bei der Spielweise verfolgen, und dann von diesen Eindrücken lernen.

Nun empfangt Ihr die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Welche Bedeutung hätte ein erfolgreiches letztes Heimspiel?

Reinhardt: Wir erwarten viele Fans. Für die großartige Unterstützung wollen wir auch in unserem letzten Heimspiel etwas zurückgeben. Wir werden einigen Spielern, die zuletzt weniger gespielt, aber als Teil des Teams auch einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Saison geleistet haben, Einsatzminuten geben. Dabei ist unsere Gier aber ungebrochen groß. Wir wollen die Meistertrophäe nach einem weiteren Sieg entgegennehmen.

Zum Saisonabschluss gibt es die kuriose Situation, dass Ihr - in der Liga und im Verbandspokal - noch zweimal in Folge auf die Stuttgarter Kickers trefft. Was erwartest Du für die Duelle?

Reinhardt: Beide Teams kennen sich untereinander gut. Als ehemalige Meisterschaftskonkurrenten in der Oberliga gibt es auch eine gewisse Brisanz. Wir wollen uns im letzten Ligaspiel für das Pokalfinale ein gutes Gefühl holen. Den Titel zu verteidigen, wäre das i-Tüpfelchen. Dass wir zu Saisonbeginn in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Bayer 04 Leverkusen spielen durften, war ein absolutes Highlight. So etwas möglicherweise noch einmal erleben zu dürfen, treibt uns an.

Autor: Dominik Dittmar/MSPW



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