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07.08.2025
Interview mit Ouassim Karada (Kickers Offenbach)
OFC-Talent Ouassim Karada: "Mit Sicherheit kein Selbstläufer"
Am Freitag, 19 Uhr, bestreitet der Traditionsklub Kickers Offenbach im Stadion am Bieberer Berg gegen Aufsteiger FC Bayern Alzenau das erste Heimspiel der Saison 2025/2026 in der Regionalliga Südwest. Im Interview der Woche vor dem 2. Spieltag spricht OFC-Youngster Ouassim Karada (19), der zum Saisonauftakt am 2:0-Auswärtserfolg der Kickers beim Bahlinger SC mit zwei Torvorlagen entscheidend beteiligt war, über die Saisonziele und seine "Umschulung" zum Offensivspieler.
Am Freitag steigt in der Regionalliga Südwest die Heimpremiere für den OFC gegen den FC Bayern Alzenau. Wie schätzt Du den Gegner ein, Ouassim?
Ouassim Karada: Obwohl Bayern Alzenau zum Saisonstart das Aufsteigerduell gegen den TSV Schott Mainz 0:4 verloren hat, wird es für uns mit Sicherheit kein Selbstläufer. Wir werden uns bestmöglich auf den Gegner vorbereiten und wollen möglichst die nächsten drei Punkte einfahren.
Worauf wird es ankommen, um die Punkte im Stadion am Bieberer Berg zu behalten?
Karada: Unabhängig davon, welcher Gegner sich am Bieberer Berg vorstellt: Wir müssen wieder alles in die Waagschale werfen und gut gegen den Ball arbeiten. Mit Ball wollen wir den Gegner dann ausspielen.
Zum Saisonauftakt hattest Du beide Treffer zum 2:0-Sieg beim Bahlinger SC eingeleitet. Wie fielen die Reaktionen nach Deinen ersten Scorerpunkten in der Regionalliga aus?
Karada: In der Kabine gab es lobende Worte, aber das ist für mich nicht ganz so wichtig. Entscheidend ist der mannschaftliche Erfolg, dazu will ich meinen Beitrag leisten. Ich versuche, immer auf dem Boden zu bleiben, und will an die gezeigten Leistungen anknüpfen.
Wie sehr warst Du überrascht, dass Du zur Startformation gehörtest?
Karada: Unser Trainer hatte mir mit genug Vorlauf signalisiert, dass ich starten werde. Von daher war ich vorbereitet und voller Tatendrang.
Du bist eigentlich gelernter Außenverteidiger. Der neue Trainer Kristjan Glibo hat Dich jedoch als Flügelstürmer eingesetzt. Wie kam es dazu?
Karada: Als Kind habe als Offensivspieler angefangen, Fußball zu spielen, bin dann aber zum Rechtsverteidiger umgeschult worden. Ich sehe mich aufgrund meines Offensivdrangs nicht als klassischen Abwehrspieler. Unser Trainer hat meine Qualitäten erkannt und mich ganz vorne reingeworfen. Grundsätzlich ist es mir egal, auf welcher Position ich eingesetzt werde. Ich spiele dort, wo die Mannschaft mich benötigt, und gebe mein Bestes.
Wie schwer wiegen die Ausfälle von Stammspielern wie Ron Berlinski, Keanu Staude, Daniel Dejanovic, Luca Stellwagen oder Maximilian Rossmann?
Karada: Die Ausfälle tun weh, keine Frage. Wenn alle Spieler zur Verfügung stehen, sind wir als Mannschaft noch stärker. Wir versuchen alles, um das bis dahin zu kompensieren und das Beste daraus zu machen.
Du wurdest beim 1. FSV Mainz 05 ausgebildet, bist dann zum OFC gewechselt und hast den Sprung aus der U19 in den Regionalliga-Kader geschafft. Wie schwer ist es für einen jungen Spieler, sich im Herrenbereich durchzusetzen?
Karada: Wenn man erstmals in die Regionalliga-Mannschaft hochgezogen wird, ist die Umstellung schon groß. Das Spiel ist wesentlich schneller und körperbetonter. Man benötigt eine gewisse Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Ich denke, dass ich das bislang aber ganz gut hinbekommen habe.
Was hast Du Dir in dieser Saison mit dem OFC vorgenommen?
Karada: Ich möchte mich weiterentwickeln, dem Team helfen und mit der Mannschaft das Maximum herausholen. Wir wollen auf jeden Fall oben mitspielen.
Du hast noch nicht so viel Erfahrung im Seniorenbereich gesammelt. Wie aufgeregt bist Du vor einem Spiel und wie lenkst Du Dich dann ab?
Karada: Aufregung ist immer vorhanden. Das muss auch so sein. Ich verspüre vor jedem Spiel eine positive Anspannung. Sobald der Schiedsrichter anpfeift, bin ich aber in meinem Modus und meiner eigenen Welt. Alle Anspannung ist dann verflogen. Ablenkung finde ich bei meiner Familie. Wir reden viel miteinander, essen zusammen. Social Media findet in diesen Momenten nicht statt.
Was zeichnet die Regionalliga Südwest aus Deiner Sicht ganz besonders aus?
Karada: Mit den Erfahrungen, die ich bislang sammeln durfte, sehe ich die Liga als sehr ausgeglichen an. Man darf keine Mannschaft abschreiben, muss gegen jeden Gegner 100 Prozent geben. Sonst bekommt man Probleme.
Autor: Peter Haidinger/MSPW
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