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Zurück zur Übersicht01.08.2025
Regionalliga Südwest: Interview mit Yannick Osée (SV Sandhausen)
Sandhausens Yannick Osée: "Alle Augen sind auf uns gerichtet"
Am Freitag, 19 Uhr, bestreitet der SV Sandhausen im heimischen Stadion am Hardtwald das offizielle Eröffnungsspiel der Saison 2025/2026 in der Regionalliga Südwest gegen den FSV Frankfurt. Im Interview der Woche vor dem 1. Spieltag spricht der gebürtige Kaiserslauterer, ausgebildete Polizeikommissar und SVS-Neuzugang Yannick Osée (28), der vom Ligakonkurrenten SGV Freiberg Fußball nach Sandhausen kam, über Erfolge, Rückschläge und seine Saisonziele mit dem Absteiger aus der 3. Liga.
Am Freitag steigt das Eröffnungsspiel der Regionalliga Südwest gegen den FSV Frankfurt. Überwiegt bei Ihnen die Vorfreude oder die Anspannung, Herr Osèe?
Yannick Osée: Wir freuen uns sehr, dass wir die Saison eröffnen dürfen. Alle Augen sind auf uns gerichtet. Wir wollen möglichst direkt mit einem Erfolgserlebnis in die neue Spielzeit starten.
Der FSV belegte in der abgelaufenen Spielzeit Platz fünf, mischte lange Zeit im Titelrennen mit. Was für eine Partie erwarten Sie zum Auftakt?
Osée: Der FSV Frankfurt verfügt eine sehr stabile Mannschaft, ist nur schwer zu knacken. Von der taktischen Herangehensweise her erwarte ich eine sehr spannende Partie.
Worauf wird es ankommen, um die Punkte im Stadion am Hardtwald zu behalten?
Osée: Die Mannschaft, die konsequenter verteidigt und weniger Fehler macht, hat gute Chancen, als Sieger vom Platz zu gehen. Wichtig ist, dass wir mit voller Konzentration die schwere Aufgabe angehen.
Während der Vorbereitung gab es unter anderem einen 3:2-Sieg gegen den Drittliga-Aufsteiger 1. FC Schweinfurt 05. Die Generalprobe gegen VfB Stuttgart II wurde ebenfalls 1:0 gewonnen. Wie sehr ist die Erwartungshaltung im Umfeld zu spüren?
Osée: Wir sind gut vorbereitet, wollen möglichst eine erfolgreiche Saison spielen. Wir gehen mit einer komplett neuen Mannschaft an den Start und werden ein wenig Zeit benötigen, bis die Automatismen sitzen. Wir machen uns keinen Druck, haben eine gute Mischung innerhalb der Mannschaft.
Beim SV Sandhausen blieb nach dem Abstieg aus der 3. Liga kein Stein auf dem anderen. Warum haben Sie sich dennoch für einen Wechsel zu SVS entschieden?
Osée: Der SV Sandhausen ist ein Verein mit Ambitionen, will möglichst schnell zurück in den Profifußball. Ich kenne die Regionalliga Südwest gut, möchte meine Erfahrung einbringen, um das Team auf dem Weg dorthin zu unterstützen. Ich werde alles geben, damit wir defensiv sicher stehen und unsere Ziele erreichen.
Welche Rolle hat bei Ihrer Entscheidung der neue Cheftrainer Olaf Janßen gespielt?
Osée: Der Trainer ist die wichtigste Personalie im Verein. Er hat mir in einem sehr guten Gespräch seine Pläne mit mir und dem SVS nahegelegt. Das hat mich überzeugt.
Warum wurden Sie von Ihren Mitspielern "Sheriff" gerufen?
Osée: Mein Spitzname ist während meiner Zeit beim SV Meppen entstanden. Vor meinem Wechsel zum SVM habe ich eine Ausbildung als Beamter der Landespolizei Rheinland-Pfalz und ein duales Studium zum Polizeikommissar abgeschlossen. In meiner Bachelorarbeit ging es darum, wie Fußballvereine der Jugendkriminalität entgegenwirken können. Beim SVS rufen mich meine Mitspieler aber bei meinem Nachnamen, weil er kurz und prägnant ist. (lacht)
Wie schwer ist es, mit einer komplett neuformierten Mannschaft an den Start zu gehen?
Osée: Um ehrlich zu sein: Es funktioniert bislang sogar besser, als ich es mir vorgestellt hatte. Wir arbeiten hart, setzen die Ideen des Trainers relativ schnell um. Ich bin guter Dinge, dass wir unser Spiel im weiteren Saisonverlauf noch verbessern werden. Wir können mit einem guten Gefühl in die neue Saison gehen.
Sie werden aller Voraussicht nach schon bald Ihr 100. Spiel in der Regionalliga Südwest bestreiten. Was bedeutet Ihnen diese Zahl?
Osée: Es ist auf jeden Fall ein schöner Meilenstein und ein besonderes Spiel, das im optimalen Fall direkt vor der Haustür in Walldorf stattfinden wird, wenn bis dahin alles gut geht. Ich würde mich freuen, wenn wir diesen Tag mit einem Derbysieg krönen könnten.
Was zeichnet die Regionalliga Südwest ganz besonders aus?
Osée: Die Leistungsdichte in der Regionalliga Südwest ist extrem hoch. Nicht umsonst spielen die SV 07 Elversberg, der SV Waldhof Mannheim oder der 1. FC Saarbrücken nach dem Aufstieg aus der unserer Liga auch in der 2. Bundesliga oder 3. Liga eine gute Rolle.
Sie haben während Ihrer Laufbahn schon jede Menge Erfahrung gesammelt. Was war bisher Ihr persönliches Highlight?
Osée: In der Saison 2019/2020 habe ich mit dem SV Meppen in der 3. Liga 6:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern gewonnen. Für mich war es etwas ganz Besonderes, weil ich in Kaiserslautern geboren wurde und meine ganze Familie und Freunde damals im Stadion waren. Aber auch das DFB-Pokalspiel mit dem SVM gegen Hertha BSC, das wir leider 0:1 verloren hatten, war eine besondere Erfahrung, Die Erinnerungen daran sind aber alles andere als angenehm.
Warum?
Osée: Kurz nach meiner Einwechslung hatte ich gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich fühlte mich nicht gut, war müde und schlapp. Bei einer Untersuchung stellte sich später heraus, dass ich mit einer Magen-Schleimhautentzündung gespielt hatte. Der Hämoglobinwert im Blut war zu niedrig, was zu einer verminderten Sauerstoffversorgung der Muskeln führte. Daher konnte ich keine Leistung bringen. Ich musste anschließend drei Monate pausieren, bis ich wieder voll auf der Höhe war.
Mit welchen persönlichen Zielen starten Sie in die neue Saison?
Osée: Ich will verletzungsfrei bleiben, möglichst viel Spielzeit beim SVS bekommen und mit der Mannschaft eine erfolgreiche Saison hinlegen. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Rolle in der Regionalliga Südwest spielen werden.
Autor: Peter Haidinger/MSPW
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